Wann sollte die Blower-Door-Messung durchgeführt werden?

Wenn bei Neubauten die Luftdichtigkeitsschicht eingebaut ist und bevor Innenverkleidungen angebracht sind,
sollte die Messung durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt können Fehler noch ohne großen Aufwand korrigiert werden.
Die Messung kann aber jederzeit auch bei einem bereits genutzten Gebäude gemacht werden. In vielen Fällen sind auch
dann noch Nachbesserungen gut durchführbar.

Was ist Blower-Door ?

Mit der Blower-Door-Messung steht ein standardisiertes Messmittel zur Verfügung, die Luftdichtheit eines Gebäudes quantitativ zu erfassen. Es wird dabei ermittelt, wie oft das Luftvolumen des Gebäudes bei einer bestimmten Druckdifferenz zur Außenluft pro Stunde ausgetauscht wird. Um diesen Differenzdruck aufzubauen, wird in eine
offene Außentür (Eingangstür oder Balkontür) ein Rahmen eingesetzt, der mit einer Folie bespannt ist. In einer Öffnung der Folie befindet sich ein Ventilator.

Die Drehzahl des Ventilators wird so geregelt, dass sich ein definierter Druck zwischen Außen- und Innenraum einstellt.


Während das Gebläse einen Überdruck von 50 Pascal erzeugt, wird Nebel im dem Gebäude erzeugt. Der Nebel dringt durch die Leckagen sichtbar aus dem Gebäude aus. Somit können Leckagewege mit Nebel visualisiert und Abdichtungsvorschläge unterbreitet werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Leckageortung mit Unterdruck. Hier wird das zu untersuchende Gebäude mit dem sogen. Fogger Schritt für Schritt abgesucht. Schwierig gestaltet sich hierbei die Überprüfung der Dachhaut und des Obergeschosses.


5 Gründe für die Luftdichtheit von Gebäuden

1. einzuhaltende Forderung in Regelwerken und Stand der Technik( EnEV 2009, DIN 4108-7, DIN EN 13829 )

2. Hohe Energieverluste durch Gebäude mit luftdurchlässiger Gebäudehülle, entweicht Warmluft und nachströmende Kaltluft muss zusätzlich aufgeheizt werden.

3. Wohnbehaglichkeit. Bei Luft durchlässigen äußeren Bauteilen wird vorhandene Dämmung unwirksam und so die Behaglichkeit im Winter durch zu niedrige und im Sommer durch zu hohe Innenflächentemperatur erheblich gestört.

4. Schallübertragung. Alle Maßnahmen zur Reduktion der Luftschallübertragung versagen bei Leckagen in der
Gebäudehülle ( Fenster- und Türdichtungen, u.a.)

5. Brandübertragung. Durch Luftundichtigkeiten, z.B. an Steigsträngen, Rohren, Installationsöffnungen, usw. können im Brandfall heiße und gesundheitsschädliche Brandgase in andere Räume und Geschosse eindringen.


Beispiele typischer Schadensbilder:

Während der Bauphase ist eine ständige Überwachung durch einfache Messmethoden empfehlenswert, da in dieser Phase erkannte Mängel schnell und mit geringem Aufwand behoben werden können. Mängel, die erst nach dem Einzug des Bauherren erkannt werden, sind oft schwer zu beheben und ziehen nicht selten einen Rechtsstreit mit den verantwortlichen Handwerker mit sich.
Fehlender Luftdichter Anschluss an der Sohlplatte Mangelhafter luftdichter Wandanschluss

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